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Review: Soror Dolorosa - Blind Scenes
 
Release: 25.02.2011
Genre Spieldauer Label Vertrieb Land
Gothic Rock 47:52 Northern Silence Prod. Soulfood Music Distribution
Rezension
Für 2011 haben sich Northern Silence Productions ganz offenbar vorgenommen, Fans von düsterer Musik auf ihre Seite zu holen. Nach HERETOIR, BROCKEN MOON und WOODS OF DESOLATION holen sie mit dem Debüt von SOROR DOLOROSA nun ein weiteres Mal zum Schlag aus. Im Gegensatz zu den oberen Namen hat man den von SOROR DOLOROSA aber bisher eher selten gelesen. Dies hat vor allem damit zu tun, dass es sich bei "Blind Scenes" um den Erstling der Franzosen handelt, obwohl die Band schon seit 10 Jahren existiert. Insofern kann man also hoffen, dass die Band, die übrigens größtenteils aus Mitgliedern von verschiedenen Black Metal Bands besteht, genug Zeit zum üben hatte.

Doch wer sich jetzt auf ein französisches Black Metal Album eingestellt hat, der könnte falscher nicht liegen. Denn SOROR DOLOROSA haben sich vielmehr dem Gothic Rock der 80er Jahre verschrieben. Bands wie THE CURE und JOY DIVISION standen hierbei wohl sehr groß Pate. So hat man sich auch gegen die Muttersprache entschieden und lässt Sänger Andy in Englisch singen. Dabei klingt der Herr wie eine ganz annehmbare Mischung zwischen Robert James Smith (THE CURE) und Tom Smith (EDITORS). Und auch den Wechsel zwischen tieferen und höheren Lagen bewältigt Andy perfekt. Und doch fehlt im das, was seine Idole so groß gemacht hat: die Emotionen. Denn trotz der schönen Stimme und den guten Texten kommen leider keine davon rüber. Es fehlt irgendwie das persönliche im Gesang, der eigene Schmerz, der Platten wie "Disintergration" zu Klassikern werden ließ. Es ist nicht so, dass Andy nicht völlig bei der Sache ist, dafür singt er technisch zu gut, doch das Ganze wirkt irgendwie steril, kalt im negativen Sinne und übermäßig routiniert, was sehr schade ist, da er, wie erwähnt, ein einwandfreier Sänger wäre, der locker mit seinen Vorbildern mithalten könnte.

Da kann auch der Rest der Truppe nicht viel retten. Obwohl man der Band sehr wohl zugute halten muss, dass sie ihre Vorbilder sehr genau studiert und auch verinnerlicht hat. Denn rein musikalisch stimmt auf "Blind Scenes" eigentlich alles, der Bass gibt meistens den Ton an und die Gitarren schwirren im Raum umher. Selbst die Produktion passt wie die Faust aufs Auge, da sie klar und weiträumig daherkommt. Man hat teilweise das Gefühl eine SISTERS OF MERCY Platte zu hören, wenn da nicht diese Langeweile wäre. Denn das ist das Krux der Scheibe, Langweile. Denn so gut die Instrumentalfraktion auch ist, das hilft nichts, wenn die Songs ohne Höhepunkte am Hörer vorbei plätschern und weder berühren noch mitreißen. Hier plätschert alles nach und nach am Hörer vorbei und man ist schnell geneigt sich anderen Dingen zuzuwenden. Die Songs an sich bieten extrem wenig Abwechslung und scheinen auf den ersten Blick alle genau gleich. Selbst die teilweise aufkommenden Synthesizer können keine Akzente setzen, genauso wenig wie die selten auftauchenden Tempowechsel. Dies führt im Endeffekt dazu, dass "Blind Scenes" über die ganze Länge verteilt einerseits durch zu lange Songs, andererseits aber auch durch den ewig gleichen Aufbau langweilt und gegen Ende schon fast nervt.

Ein weiterer Nachteil der Platte ist der "schon-gehört" Effekt, der bei jedem Song aufkommt. Entweder fühlt man sich an THE CURE, EDITORS oder INTERPOL erinnert, doch Eigenständigkeit sucht man auf "Blind Scenes" vergeben. Es ist einfach nur banaler Durchschnitt, der weder Emotionen noch Begeisterung hervorrufen kann. Selbst während den besten Momenten des Albums, die nur knapp über dem Durchschnitt sind und vor allem dann auftreten wenn die Band das Tempo erhöht, also sehr selten, kommt nicht am Gedanken vorbei, dass man das Alles schon mal irgendwo in besser gehört hat. Irgendwie ist es aber auch schade, da die Band wirklich weiß wie sie diese Art von Musik zu spielen hat, dies aber leider nicht richtig umsetzen kann.

Fazit
Im Endeffekt ist "Blind Scenes" ein Album das ohne Höhepunkte und fast ohne Abwechslung auskommt. Die Songs haben keine eigene Identität und können auch nicht durch den technisch versierten Sänger gerettet werden, vor allem da es diesem nicht gelingt eigene Emotionen in den Gesang einzuflechten. Zu empfehlen ist "Blind Scenes" nur solchen, die wirklich keine Alternativen mehr haben, dieser Musik aber dennoch frönen wollen, alle andere investieren das Geld lieber in THE CURE oder JOY DIVISION.
(Autor: Tizian C., Datum: 27.05.2011 11:39 Uhr) 
Kommentare
Bewertung des Autors : 4 von 10
Trackliste Künstler  

1. Crystal Lane
2. Autumn Wounds
3. Damaged Dreamer
4. Low End
5. Soror Dolorosa
6. Scars of Crusade
7. In a Glance
8. Broken Wings


Andy - Vocals
Emey - Guitars
Hervé - Bass
Franck - Drums


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