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Review: Mono Inc. - Nimmermehr
 
Release: 09.08.2013
Genre Spieldauer Label Vertrieb Land
Gothic Rock 47:30 NoCut SPV
Rezension
Nachdem MONO INC. sich in den letzten Jahren zu einer echten Größe am deutschen Gothic Rock Himmel hochspielen konnten und mich auch live schon das ein oder andere Mal zu überzeugen wussten, war ich ganz besonders gespannt auf das neueste Output der Hamburger. "Nimmermehr" ist am 9. August erschienen und ist der Nachfolger des im letzten Jahr erschienenen "After the War".

Das Artwork ist zunächst einmal eher unspektakulär und sehr schlicht gehalten. Dagegen macht die Tatsache, dass "Nimmermehr" in Zusammenarbeit mit Joachim Witt entstanden ist schon sehr viel neugieriger. Laut Promotext entstand die Idee zu einem gemeinsamen Song spontan während eines wöchentlichen Treffens im sogenannten "Club der lebenden Dichter". Nachdem "Kein Weg zu weit" zu Papier gebracht war, schrieben sich die restlichen Titel wie von selbst – ich bin gespannt.

Der Opener "Heile, heile Segen" wurde vorab bereits als Singleauskopplung veröffentlicht und geht extrem schnell ins Ohr. Dem Song mutet etwas kindliches, bisweilen auch nerviges an und macht mich ziemlich stutzig. Klar, es handelt sich unverkennbar um MONO INC., dennoch klingt es befremdlich wenn man Hits wie "After the War", "Gothic Queen" oder "Voices of Doom" im Ohr hat. Schnell taucht da die Frage auf, was die Hamburger mit diesem Lied bezwecken, ein Ohrwurm ist es aber allemal. Weiter gehts mit dem wesentlich ernsteren "Seligkeit", welches wieder mehr an alte Zeiten erinnert. Die Lyrics sind tief und stimmen nachdenklich. Leider plätschert der Song nach dem fröhlichen "Heile, heile Segen" musikalisch eher im Hintergrund vor sich hin. Eine Atempause? Mit dem nachfolgenden "My Deal with God" greifen MONO INC. zumindest wieder zu altbewährten Mitteln, wie der englischen Sprache, denn tatsächlich gehört der deutsche Gesang zu einer Neuerung bei den Gothic Rockern. Wie "Heile, heile Segen" ist auch "My Deal with God" vorab erschienen und zaubert sicher ein Lächeln auf die Lippen alteingesessener Fans.
Es folgt das bereits angekündigte "Kein Weg zu weit", welches von einer gepfiffenen Melodie eingeleitet wird. Laut Sänger Martin Engler und Joachim Witt soll der Titel "den Menschen Mut machen", und genau das tut er auch. Der Songtext ist sehr gefühlsvoll und die Note von Joachim Witt ist unverkennbar, besonders weil dieser in den Strophen seine Stimme leiht. Highlight ist der Kinderchor gegen Ende. Wunderschön!

Nach diesem doch sehr balladesken Track schlägt das englischsprachige "Euthnasia" wieder mehr in die dunkle Gothic Rock-Kerbe, die man von MONO INC. bereits gewohnt ist. Wenngleich sich der Song relativ nahtlos in das Gesamtwerk einreiht und in gewohnter MONO INC.-Manier daherkommt, bietet er leider keinerlei Überraschungsmomente. Dafür wirkt er unaufgeregt und irgendwie entspannend – eignet sich gut zum "in der Musik treiben lassen" während des Tanzes.
Mit "Alles was bleibt" wird es dann noch einmal richtig ruhig. Nur das Klavier und Martin's Stimme am Anfang und eine tieftraurige Melodie, die zusammen mit den auch hier wieder sehr gefühlvollen Lyrics eine gewisse Melancholie hervorruft. Geht mitten ins Herz und berührt total.
Wie der Titel schon verrät, begeben wir uns mit "The Clock Ticks on" wieder in englische Sprachgefilde und auch das Tempo wird wieder deutlich angezogen. Besonderer Clue: das passende Ticken am Anfang (wobei das auch von einem Metrum stammen könnte). Im Refrain kommt auch endlich die Stimme von der bezaubernden Katha Mia wieder zum Einsatz. Alles im allem ein waschechter MONO INC. Song der Spaß macht und durchaus Hitpotential hat. Leider wird es mit dem nachfolgenden "A Better Way to Die" gleich darauf wieder extrem ruhig. An sich zwar eine weitere wunderschöne Ballade (und diesmal auf Englisch!) aber irgendwie unaufgeregt.

"Herzschlag" geht dank seines eingängigen Rhythmus sofort ins Ohr und hat auch wieder eine etwas dunkler anmutende Gothic-Atmosphäre. Abgesehen davon leider aber auch eher langweilig. Dagegen schießen die Anfangsklänge von "Days Like This" doch überraschend fröhlich aus den Boxen und auch Katha Mia ist wieder zu hören – wenn auch nur im Background. Eine lockere Nummer, die eine echte Abwechslung zu den ganzen ruhigen Halbballaden bietet. "Ich teile dich nicht mit" plätschert anschließend wieder im Mid-Tempo daher. Kann es nicht genau definieren, aber irgendwie hat diese Nummer was. Zum Abschluss gibt es dann noch den Titeltrack "Nimmermehr", welcher sich als eine weitere gefühlvolle Ballade entpuppt. Stimmt nachdenklich und zaubert ein Lächeln aufs Gesicht. Ein sehr schöner Ausklang.

Insgesamt ist "Nimmermehr" definitiv etwas Neues und ein Schritt in eine möglicherweise andere Richtung. Die deutschen Texte sind in jeder Hinsicht ein Gewinn und schaffen extrem gefühlvolle Songs, aber auch die generelle Atmosphäre ist neu. "Nimmermehr" hat irgendwie was Leichtes aber ist durch die genannten Texte eben auch stellenweise sehr tief gehend. Diese Mischung gefällt mir persönlich sehr gut, wird aber nicht jedem zusagen. Außerdem fehlt es dem Album meiner Meinung nach ein bisschen an Pepp und Abwechslung. Denn, auch wenn die Texte gut sind, wird es stellenweise doch recht langweilig und man hört nur mit halbem Ohr hin. Zu viele Balladen, zu wenig Feuer – bitte mehr Songs von der Sorte "The Clock Ticks on"!

Anspieltipps: "Kein Weg zu weit", "The Clock Ticks on" und "Nimmermehr"

Fazit
Mit "Nimmermehr" präsentieren MONO INC. sich mal von einer ganz neuen Seite. Deutsche Texte und viel Gefühl zeichnen die Platte aus – leider schleicht sich aber auch schnell Langeweile ein. Kann gerne angetestet werden, aber zu viel sollte nicht erwartet werden.
(Autor: Bianca P., Datum: 12.11.2013 17:35 Uhr) 
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Bewertung des Autors : 6 von 10
Trackliste Künstler  

01. Heile, Heile Segen
02. Seligkeit
03. My Deal With God
04. Kein Weg Zu Weit
05. Euthanasia
06. Alles Was Bleibt
07. The Clock Ticks On
08. A Better Way To Die
09. Herzschlag
10. Days Like This
11. Ich Teile Dich Nicht
12. Nimmermehr


Martin Engler - Vocals
Manuel Antoni - Bass, Vocals
Carl Fornia - Guitars, Vocals
Katha Mia - Drums, Vocals


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