Rezension
Was den US-Amerikanern die Garage, ist den vier Norwegern von Lonely Kamel der Keller eines Freundes.
Gegründet im Sommer 2006, gibt es bei Thomas Brenna (Gesang & Gitarre), Lukas Paulsen (Lead Gitarre), Espen Nesset (Schlagzeug) und Stian Helle (Bass) die gemeinsame Vorliebe für klassischen Hard Rock und Blues der güldenen Ära. Die ersten Songs schreiben sich sozusagen von selbst und werden 2008 auf dem selbst betitelten Debutalbum veröffentlicht.
Zwei Jahre später steht die Truppe mit neuem Album "Blues For The Dead" und einer neuen Booking & Management Agentur "Sound Of Liberation" in den Startlöchern.
Neben hoch frequentierter Bühnenpräsenz, schaffen es Lonely Kamel auch noch jede Menge Songs zu komponieren. Die dritte Langrille ist also ebenfalls schon in der Mache.
Wer darauf nicht warten möchte, sollte das diesjährige Stoned From The Underground nicht verpassen, denn dort machen die Kamele während ihrer Eroberung Europas ebenfalls Station.
Neben den bereits erwähnten Einflüssen, sind auf den 10 Songs von "Blues For The Dead" deutlich Klänge aus Stoner und Space Rock zu hören. Fette Zerre, Hall auf den Vocals und verspielte Gitarrensoli zeichnen den Opener "A Tale of a Madman" aus.
Bei "Green Eyed Woman" geht es auch mal flotter zu, gekrönt vom Mitsingrefrain, aber nach nicht mal drei Minuten schon vorbei.
Die nächsten beiden Tracks "Wasted Time" und "Stick With Your Plan" sind besonders von der Einheit zwischen Gesang und Gitarren geprägt; wie aus einem Guss werden Takt- und Tempowechsel vollzogen.
Spätestens bei "Lady Mushroom" ist es fast unmöglich, beim Zuhören sitzen zu bleiben - Abrocken ist hier abgesagt! Wer sich jetzt noch ein Tamburin schnappt, hebt endgültig ab.
Auf "No More Excuses" wird es dann richtig bluesig, mit Orgelintro und Bottleneck.
Eingängige Melodien, besonders im Refrain, sind auch auf den verbleibenden Stücken zu finden.
Das Finale bildet "The Trip", mit einer epischen Länge von fast 10 Minuten!
Fazit
Lonely Kamel erschaffen mit ihrer Mischung aus klassischem Hard und Stoner Rock, sowie Blues einen sehr eigenständigen Sound.
Ein wenig klingt es so, als fühlten sich die vier Musiker aus dem hohen Norden zur falschen Zeit geboren. Das zweite Album ist aber vielmehr als Zelebrierung der alten Helden, denn als Trauer über die eigene Zeit zu verstehen.
Mal dreckig verzerrt, mal sanft aber immer frisch, klingen die insgesamt 10 Songs auf "Blues For The Dead". Und trotz einer durchschnittlichen Spieldauer von über 5 Minuten kommt an keiner Stelle Langeweile auf.
(Autor: Katharina P., Datum: 03.06.2011 12:35 Uhr)