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Review: AutoViolet - AutoViolet
 
Release: 21.06.13
Genre Spieldauer Label Vertrieb Land
Alternative Rock 45:55 Neutrino Records Alive
Rezension
"AutoViolet" ist das Debüt der gleichnamigen kanadischen Band rund um Sängerin Amy Arsenault, welche bereits in ihrer Kindheit an schweren Depressionen und Angstzuständen als Folge von Mobbing und dem frühen Tod ihres Bruders litt. Als junge Erwachsene holten sie diese Erfahrungen immer wieder ein und zunehmender Druck und Stress führten zu einer Alkohol- und Drogenabhängigeit. Heute ist sie über ihre Sucht hinweg und engagiert sie sich in der Amy Winehouse Foundation, um Menschen mit ähnlichen Problemen zu helfen. Amys Schicksal ist stark mit AUTOVIOLET verknüpft, da sie ihre Erlebnisse in den Songtexten der Band verarbeitet. Unterstützt wird sie dabei von Brent David Johnson am Bass und Chris Banting am Schlagzeug.

Das Trio spielt sich mit einer doch recht gewöhnungsbedürftigen Mischung aus Alternative Rock und elektronischen Elementen durch die 12 Tracks. Amy besitzt eine sehr außergewöhnliche Stimme, die einem beizeiten trotz Talent auch mal tierisch auf die Nerven gehen kann. Die Hooklines in den Refrains retten den merkwürdigen Gesangsstil in den Strophen und sorgen dafür, dass man nicht einfach ausschaltet. Instrumentalisch wissen Brent und Chris durchaus zu überzeugen, allerdings lassen die Produktion und der übermäßige Einsatz von Elektronika dies leider oft in den Hintergrund rücken. Schade!
Die Songtexte sind, wie die Vorgeschichte schon vermuten lässt, gefühlvoll, tiefgehend und regen zum Nachdenken an. Man merkt schnell, dass der Fokus der Band ganz eindeutig auf der Frontfrau und ihrer Geschichte liegt. Der Gesang steht durchgehend stark im Mittelpunkt, Soli gibt es keine und die Lyrik ist eindeutig die größte Stärke von AUTOVIOLET. Die Atmosphäre ist an sich stimmig und zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Platte. Sie wird vorrangig durch die bereits erwähnten Elektronika unterstützt und geschürt. Würden die eigentlichen Instrumente dadurch nicht so sehr in den Hintergrund gerückt, könnte ich mich damit vielleicht sogar anfreunden, obwohl ich persönlich kein großer Fan dieser Musikrichtung bin. Gerade in Songs wie "Confessions" wird der alternative Grundton vom Synthesizer übermannt und es kommt zu einer seltsamen Mischung, die teilweise schon in die Industrial Ecke gehört. Zwar beweisen AUTOVIOLET mit ihren Debüt ein großes Maß an Vielseitigkeit, allerdings ist es mir persönlich einfach noch nicht ausgereift genug. Es gibt trotz gelungener Atmosphäre und textlicher Tiefe zu viele Nervfaktoren, die es schwer machen dem Album wirklich konstant zu folgen. Vielleicht kann man diese musikalische Unordnung mit dem Leben der Sängerin gleichsetzen, da dort ja auch nicht alles glatt lief und vielleicht passt es dann so in ein Konzept, welches sich mir allerdings nicht so ganz erschließen will.

Über die Produktion kann man, abgesehen von der Tatsache, dass Chris und Brent durchgehend im Hintergrund verschwinden, soweit nicht meckern und die elektronischen Elemente, die mich so sehr nerven, können ja auch durchaus gewollt sein. Die Gesangsstimme von Amy hat ebenfalls Potenzial, wenn sie in der richtigen Art und Weise eingesetzt wird (z. B. in "Falling") genauso wie der Hintergrundgedanke zu AUTOVIOLET. Leider müsste aber an der ein oder anderen Geschichte noch ein wenig gefeilt werden. So bleibt ein eher durchwachsener Eindruck.

Anspieltipps: "Falling", "Pearl", "Deliver" und "Left for Dead"

Fazit
Mit ihrem Debüt präsentieren AUTOVIOLET eine sehr eigensinnige Platte, die wohl noch nicht ganz ausgereift ist. Ein eigener Sound lässt sich noch nicht so wirklich erkennen und trotz atmosphärischer und lyrischer Stärke, ist dies kein Album was im Kopf bleibt. Kann angetestet werden von allen, die Vielseitigkeit lieben und für die viel Elektronika kein Nervfaktor sind.
(Autor: Bianca P., Datum: 25.06.2013 11:34 Uhr) 
Kommentare
Bewertung des Autors : 5 von 10
Trackliste Künstler  

01. No Tomorrow
02. Falling
03. Nevermore
04. Pearl
05. All For Nothing
06. Deliver
07. Confession
08. Fade Away
09. Lullaby
10. Left For Dead
11. Made By One


Amy Arsenault - Vocals
Brent David Johnson - Bass
Chris Banting - Drums



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